Melanie Eberhardt – Zwischen Vermessung, Vereinssport und Verwurzelung im Vest

Unser aktueller Mensch im Vest, Melanie Eberhardt, wuchs in Recklinghausen-Ost auf und lebt seit über zwei Jahrzehnten in Suderwich. Beruflich präzise, privat engagiert – so lässt sich ihr Leben wohl am besten beschreiben. Als leidenschaftliche Übungsleiterin in gleich mehreren Vereinen verbindet sie Beruf, Ehrenamt und Familie auf eine Weise, die zeigt, wie stark Gemeinschaft das Vest prägt. Im Gespräch erzählt die 50-jährige Recklinghäuserin von ihren Wurzeln, ihren Werten und davon, warum Sport für sie weit mehr ist als Bewegung.

Fotos: Sebastian Pokojski

Hallo, Melanie, schön dich hier zu haben. Kurz ein paar Infos über dich? 

Ich heiße Melanie Eberhardt, bin 50 Jahre alt, verheiratet und Mutter von zwei Söhnen im Alter von 17 und 13 Jahren. Beruflich arbeite ich als Vermessungstechnikerin bei der Stadt Bottrop. In meiner Freizeit engagiere ich mich als Übungsleiterin bei der SG Suderwich und bei „Fit ab 50“, wo ich vor allem Kurse für Frauen gebe.

Du lebst mit deiner Familie in Suderwich, was bedeutet dir dieser Ort?

Dieser Ort ist für mich Heimat – vertraut, bodenständig und voller Erinnerungen.

Welche Stationen in deinem Leben haben dich besonders geprägt? 

Ganz klar meine beiden Söhne und meine ehrenamtlichen Tätigkeiten in den Vereinen. Auch die DLRG gehört dazu, denn dort arbeite ich seit vielen Jahren ehrenamtlich als Kampfrichterin.


Was machst du beruflich, und wie bist du dazu gekommen? 

Ich arbeite als Vermessungstechnikerin. Wie ich dazu gekommen bin? Vermutlich, weil ich schon immer gut in Mathe war.

Immer gute Laune, besonders beim Sport, wenn sie den Takt angiebt

Welche Rolle spielt das Vest in deinem Arbeitsalltag?

Eine große. Alles ist schnell erreichbar, und die Mischung aus Natur und urbanen Strukturen macht die Region besonders. Wälder, Wiesen, Felder – und gleich daneben das nächste Dorf oder die nächste Stadt. Man kann hier wirklich alles haben.

Was macht dir an deiner Arbeit am meisten Freude? 

Besonders bereichern mich meine ehrenamtlichen Tätigkeiten. Ich freue mich auf jede Stunde, die ich gebe, weil immer etwas Neues passiert. Auch wenn der Sport anstrengend ist – der Spaß steht im Vordergrund. Man schwitzt zusammen, man jammert zusammen, man lacht zusammen. Und am Ende ist man froh, dabei gewesen zu sein.


Welche Herausforderungen begegnen dir im Alltag? 

Viele Frauen wissen gar nicht, dass es in Suderwich Sportangebote gibt. Ich habe bereits Flyer verteilt und Werbung auf Facebook und Instagram gemacht – bisher leider mit wenig Erfolg. Ich wünsche mir, dass wieder mehr Frauen den Weg in den Verein finden.


Was macht das Vest für dich einzigartig? 

Die bunte Vielfalt. Man kann in Oberhausen oder Bochum shoppen, in Haltern oder Bochum die Natur genießen oder in Gelsenkirchen Fußball schauen – oder auch woanders. Es gibt einfach alles.


Gibt es einen Ort im Vest, der dir besonders am Herzen liegt? 

Mutter Wehner in Oer-Erkenschwick. Dort war ich schon als Kind viel unterwegs – und heute gehe ich dort mit meinen eigenen Kindern spazieren. Auch das Suderwicher Freibad gehört zu meinen Lieblingsorten, dort war ich im Sommer fast täglich. Und der neue Emscherpark ist ein toller Ort zum Verweilen oder zum Laufen.


Welche Erinnerungen verbindest du mit deiner Heimatregion? 

Vor allem meine Freunde. Sie kommen von hier und leben auch hier. Wo Familie und Freunde sind, ist Heimat.

Welche Werte sind dir im Leben besonders wichtig? 

Ehrlichkeit, Vertrauen und natürlich Gesundheit.

Gab es einen Moment, der dein Leben nachhaltig verändert hat? 

Ja, der Unfall mit meinem Knie. Eigentlich war es nur eine Kleinigkeit, die sich dann aber zu etwas Größerem entwickelt hat. Ich musste lange pausieren, weil sich alles auf das Knie konzentrierte. Nach etwa eineinhalb Jahren ist fast alles wieder gut. Ich muss weiterhin viel dafür tun, aber es lohnt sich.


Wer oder was inspiriert dich? 

Das ist gar nicht so leicht zu beantworten. Mir ist wichtig, dass die Teilnehmerinnen Spaß haben, sich austauschen können und etwas für sich tun – jetzt und im Alter. Sport ist nicht nur für den Moment wichtig, sondern auch für später. Deshalb inspirieren mich Menschen, die konsequent etwas für sich tun und ihr Leben lang sportlich aktiv bleiben.


Was wünschst du dir für das Zusammenleben im Vest?

Dass jeder das leben kann, was ihm guttut. Jeder Mensch ist einzigartig. Niemand gehört in eine Schublade – und niemand sollte in eine hineingepresst werden.


Welche Themen bewegen dich aktuell besonders? 

Mich beschäftigt der Krieg in der Welt und die aktuelle Situation in Deutschland. Die steigenden Spritpreise. Wer weiß, was uns sonst noch so erwartet...

Was würdest du dir für die Zukunft deiner Region wünschen? 

Dass alles so bleibt, wie es ist.


Welchen Rat würdest du deinem jüngeren Ich geben? 

Keinen. Es ist alles gut so, wie es ist.

Melanie Eberhardt mit Teilnehmerinnen einer ihrer Kurse


Gibt es etwas, das du den Leserinnen und Lesern mitgeben möchtest? 

Wenn du mindestens 25 Jahre alt bist und wieder etwas für dich tun möchtest, melde dich bei mir (0177 2353503). Die SG Suderwich bietet eine Vielzahl attraktiver Sportkurse – für jedes Fitnesslevel ist etwas dabei. Ich würde mich freuen, dich dort zu sehen.

Da hoffen wir mal mit auf rege Resonanz. Und Danke für das Gespräch, Melanie.


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